Retang Mokua
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Proben im Bodenlabor
„Ich bin sehr dankbar für diese Gelegenheit, durch die ich wertvolle wissenschaftliche Erfahrungen gesammelt, meine Analysekompetenz verbessert und gelernt habe, meine Forschung durch eigenständige Laborarbeit weiterzuentwickeln. Für mich persönlich hat dieser Besuch mein internationales Netzwerk erweitert und meinen kulturellen Horizont bereichert, was sowohl mein Selbstvertrauen als auch meine berufliche Entwicklung gefördert hat.“
Unterstützt vom KSB Stiftung Stipendium der DAAD-Stiftung hatte Dr. Retang Mokua die Möglichkeit, als Postdoc drei Monate in Deutschland zu verbringen. Ihre Forschung war Teil einer Kooperation zwischen dem South African Environmental Observation Network und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Berlin, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Veränderungen der Vegetation in bewaldeten Gebirgswassergebieten und Wasserressourcen befasste. Während ihrer Zeit in Berlin hatte Retang Geburtstag und ihre Kollegen überraschten sie mit einem Geburtstagskuchen.
In diesem Bericht schildere ich meinen Forschungsaufenthalt an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), der mir durch das KSB Stiftung Stipendium der DAAD-Stiftung ermöglicht wurde.
Als Postdoc am South African Environmental Observation Network (SAEON) in der südafrikanischen Provinz Limpopo sah ich meinem Forschungsaufenthalt in Deutschland mit freudiger Erwartung entgegen. Die Reisevorbereitungen verliefen reibungslos, einschließlich des Visumverfahrens, der Wohnungssuche und der Ankunft in Berlin.
Mein Forschungsaufenthalt begann am 1. Juli im Isotopenlabor in Berlin-Spandau, wo ich mit Dr. Paul Königer und Sebastian Friebe vom BGR zusammenarbeitete. Auf das BGR fiel meine Wahl, da die Einrichtung über eine hochmoderne Laborausrüstung für die Pflanzenwasserextraktion und hochpräzise Analysen stabiler Isotope verfügt. In meinem Heimatland sind derartige Ressourcen nur sehr begrenzt vorhanden.
Ein wichtiger Motivationsfaktor für den Aufenthalt waren die Herausforderungen, die mit der Analyse von kryogen extrahiertem Xylem mittels Isotopen-Infrarotspektroskopie (IRIS) einhergehen. Solche Proben sind anfällig für organische Verunreinigungen (z. B. Methanol und Ethanol), was zu spektralen Interferenzen und Unsicherheiten bei Isotopenmessungen führen kann. Letztere wiederum erschweren die genaue Identifizierung von Pflanzenwasserquellen und der Tiefe, aus der Pflanzen ihr Wasser beziehen.

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Im BGR Labor
Das Hauptziel meines Aufenthalts war, mithilfe von kryogener Vakuumextraktion Wasser aus Pflanzenxylem und Bodenporenwasser zu gewinnen sowie praktische Erfahrung im Umgang mit Picarro-Isotopenanalysatoren für stabile Isotope zu sammeln. Im Detail wollte ich die vollständige Extraktion und Analyse meiner Wasserproben sicherstellen und die technische Kompetenz erlangen, eigenständig das Extraktions-system zu bedienen und Isotopenanalysen durchzuführen, was mir auch tatsächlich gelang.
Diese Erfahrung ist von direktem Nutzen für meine Forschung zu den Auswirkungen von Vegetationsänderungen auf die Wassermenge von Flüssen. Die hochwertigen Daten zu stabilen Isotopen ermöglichen eine zuverlässige Quantifizierung von Pflanzenwasserquellen, unterstützen die Interpretation vegetationsbedingter Veränderungen der Einzugsgebietshydrologie und verbessern die Wasser-bewirtschaftung.
Nach einer Orientierungsphase, die auch eine Sicherheitseinweisung umfasste, begann am 14. Juli die eigentliche Forschungstätigkeit. Ich bekam ein Büro, einen Laptop und Schutzausrüstung. Trotz einiger Schwierigkeiten, darunter verzögerte Gaslieferungen und gelegentliche Probenverunreinigungen, war die Erfahrung ausgesprochen lohnenswert. Es zeigte sich, dass invasive und in Ufernähe wachsende Baumarten viel Grundwasser beanspruchen, was ein erhebliches Risiko für die Flusswassermenge darstellt, die regional stark vom Grundwasserspiegel abhängig ist.

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Blick auf den Berliner Dom
Meine neuen Kompetenzen werde ich in einer geplanten Publikation im Hydrological Sciences Journal (eingereicht, derzeit im Review) anwenden. Es handelt sich um eine Sonderausgabe mit Beiträgen zur Isotopenhydrologie und Gewässerkunde in Afrika, wobei der Fokus auf einer Neubewertung der Grundlagen und auf neuen Forschungs-trends liegt. Daneben wurde meine Arbeit von einem Newsletter begleitet, den meine Heimateinrichtung SAEON herausgibt. Die Ergebnisse dieser Forschung werden Initiativen zur Wiederherstellung der natürlichen Vegetation im Einzugsgebiet des Klaserie unterstützen.
Meine Zusammenarbeit mit dem BGR, die 2015 während meines Masterstudiums an der TU Darmstadt begann, hat sich inzwischen weiterentwickelt. Wir haben Dr. Königer eingeladen, unser Labor und unsere Räumlichkeiten in Südafrika zu besuchen und bei der Einrichtung zu helfen. Aufbauend auf unseren Erfahrungen planen wir weitere Gemeinschaftsprojekte, bei denen Doktorand:innen und Masterstudierende Techniken auf der Basis stabiler Isotope kennenlernen sollen.
Die Arbeitskultur des BGR zeichnet sich durch Flexibilität, Teamarbeit und einen Fokus auf die Work-Life-Balance aus. In Deutschland wird viel Wert auf geteilte Zuständig-keiten gelegt. Von Zeit zu Zeit fanden Fortschrittsbesprechungen („Check-ins“) statt, bei denen Herausforderungen offen angesprochen und jederzeit Hilfsangebote wahrgenommen werden konnten. Daran mangelt es oft in der Arbeitsumgebung meiner Heimat. Die größte Herausforderung für mich war Software wie R, bei der ich – ebenso wie bei Übersetzungsproblemen – kollegiale Hilfe erhielt.

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In Schwerin
Der respektvolle Umgang mit Zeit, insbesondere im öffentlichen Verkehrssystem, hat mich erstaunt, weil ich Ähnliches aus Südafrika nicht kannte. Deutsche arbeiten auch nicht am Wochenende, und der Sonntag gilt als Ruhetag, den man im Familienkreis verbringt. Beispielsweise bleiben Geschäfte geschlossen, während Samstag und Sonntag in Südafrika volle Arbeitstage sein können, wodurch nur wenig Zeit für die Familie oder Freizeitaktivitäten außer Haus bleibt.
Über die effiziente, zuverlässige Plattform HousingAnywhere fand ich schnell eine sichere Bleibe. In meiner Unterkunft bei Home In Berlin (Lichtenberg) fühlte ich mich willkommen und gut aufgehoben. Meine Nachbarn grüßten mich freundlich mit Geschenkkarten, und es gab einen stark ausgeprägten Gemeinschaftssinn – auch dank einer Mieter-Chatgruppe, in der wir Empfehlungen für Ausflüge, Verkehrsmittel und Sprachkurse austauschten.
Ich habe viele freundliche Menschen aus Indien, Westafrika, Süddeutschland und Südamerika kennengelernt. Da ich zuvor in einer kleineren deutschen Stadt gelebt hatte, war ich anfangs in Berlin etwas überfordert. Nach und nach gewöhnte ich mich aber an die täglichen Fahrten zwischen Lichtenberg und Spandau.
Zu einem meiner Lieblingsorte wurde der Kurfürstendamm, dessen Mischung aus Hochhäusern und der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche es mir sehr angetan hat. Angenehm überrascht war ich davon, dass die Lebensmittelpreise im Vergleich zu Südafrika recht erschwinglich blieben. Der Komfort und die Angebotsvielfalt von Supermärkten wie Rewe und Aldi erinnerten an Südafrika. Insgesamt habe ich meinen Aufenthalt in Berlin als kulturell bereichernd und persönlich lohnenswert empfunden.

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In Dresden und am Brandenburger Tor
Meinen Geburtstag habe ich mit Kolleginnen und Kollegen gefeiert, die verschiedene Sorten Obstkuchen mitgebracht haben. Während meiner Zeit in Berlin habe ich unter anderem das Humboldt-Forum und die East Side Gallery an der Berliner Mauer besucht. Bei Abendessen mit dem Team konnte ich deutsche Gebäcksorten (z. B. Berliner mit Marmeladenfüllung) und Gerichte probieren. Meine Favoriten waren Kartoffelsalat und Kartoffelklöße, die sich von unseren südafrikanischen Varianten unterscheiden. Außerdem lud mich ein Teammitglied zum Essen ein und servierte Germknödel, eine traditionelle österreichische Süßspeise.
Mit dem Deutschlandticket bin ich nach Dresden und Schwerin gefahren, die reich an Kultur, Geschichte und schöner Architektur sind. Auf der Fahrt gab es herrliche Ausblicke. Aus meiner vorherigen Studienzeit in Darmstadt war ich bereits mit der deutschen Kultur und Sprache, dem Verkehrssystem und den Einkaufsmöglichkeiten vertraut. Ich habe meine Zeit in der Großstadt Berlin sehr genossen und zusammen mit Kolleginnen und Kollegen viele neue Orte entdeckt, darunter meine Favoriten Berliner Dom und Brandenburger Tor.
Für die Zukunft planen wir Gemeinschaftsprojekte mit dem BGR, an denen auch Masterstudierende und Doktorand:innen teilnehmen sollen, sowie einen Gegenbesuch, um die Laboreinrichtung in Südafrika zu unterstützen. Durch die Schärfung meines Fokus auf isotopenbasierte Ökohydrologie und internationale Zusammenarbeit hat dieser Forschungsaufenthalt meine wissenschaftliche Laufbahn geprägt. Ich habe dadurch nicht nur meine technischen Fähigkeiten erweitern können, sondern bin auch inspiriert worden, ähnliche Formen der Zusammenarbeit und kulturelle Werte im Berufsumfeld meines Heimatlandes anzuwenden.
Stand: Oktober 2025. Die englische Version ist das Original.

