Annie Mascot
Privat
Aussicht auf Dresden
„Ich habe es der DAAD-Stiftung (Helmut & Babs Amos Stipendium) zu verdanken, dass ich den Sommer 2025 in Deutschland verbringen und als Wissenschaftlerin an der TU Dresden arbeiten durfte. Während dieses Aufenthalts im Rahmen meiner Promotion konnte ich praktische Erfahrungen mit Tierversuchen sammeln und mich als Wissenschaftlerin deutlich weiterentwickeln. Gleichzeitig hat mir das Eintauchen in eine neue Kultur geholfen, auch persönlich zu wachsen und mich in der Fremde zu Hause zu fühlen.“
Das Helmut & Babs Amos Stipendium der DAAD-Stiftung ermöglichte Annie Mascot die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden in der Weiterentwicklung minimalinvasiver roboterassistierter Chirurgie. Während ihres Aufenthalts erlebte sie die Unterschiede zwischen akademischem Leben in Deutschland und in den USA. Außerhalb des Labors erkundete sie die Stadt, besuchte Wochenmärkte und Cafés.
Das Ziel meiner Promotion besteht darin, über einen Engineering-Ansatz unser Verständnis von Gesundheitsversorgung für Frauen zu erweitern, insbesondere im Bereich der gynäkologischen Versorgung und der Frage, wie man den Gesundheits-zustand des Gebärmutterhalses ermitteln kann. Während meines Aufenthalts habe ich das Potential neuartiger Sensoren mit potenziellen klinischen Anwendungsmöglich-keiten erforscht, bei deren Gestaltung ich an meiner Heimatuniversität (der Stanford University) eine leitende Rolle gespielt habe.
Der Schwerpunkt meiner Forschungsarbeit lag auf der Durchführung und Analyse von drei terminalen Studien mit Schweinen, bei denen verschiedene Organe auf der Grundlage subtiler struktureller Unterschiede mithilfe eines Modells des maschinellen Lernens taktil erfasst und klassifiziert wurden. Hierfür wurden tausende von taktilen Bildern von drei Organtypen gesammelt, und wir konnten ein vorläufiges Modell trainieren, um diese Bilder mit einem hohen Maß an Genauigkeit nach Gewebetyp zu klassifizieren.

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Erfassen taktiler Bilder mithilfe des Sensors
Bevor ich an die TU Dresden gekommen bin, ging es bei meiner Arbeit an der Stanford University vor allem darum, für dringende Probleme aus der Medizin Anforderungen zu ermitteln und Geräte zu konstruieren bzw. bauen. Da ich ursprünglich aus dem Bereich Maschinenbau komme, bin ich mit diesem Forschungsgebiet besonders gut vertraut. Für meine Promotion muss diese Arbeit aber durch Techniken des maschinellen Lernens sowie Training und Realisierung von KI-Modellen ergänzt werden, und das ist auch der Grund, warum mein Sommer an der TU Dresden so hilfreich war.

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Vergoldete Sensorenspitze
Ich kam mit bloßem Grundlagenwissen im Fachbereich Informatik der TU Dresden an, aber am Ende hatte ich mein Wissen über KI erweitert und war zuversichtlich, in Zukunft noch mehr erreichen zu können. Die TU Dresden habe ich bewusst gewählt, weil ich meine Komfortzone verlassen und diese wichtigen Fähigkeiten entwickeln wollte. Ich freue mich, sagen zu können, dass alle Kolleg*innen und Betreuer*innen mich mit großer Freundlichkeit dabei unterstützt haben, meine Ziele zu erreichen.

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Angeschalteter Sensor
Ich konnte mit meinem Gerät drei Tierstudien durchführen, und das war eine neue und sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich habe die Abläufe im OP und die logistische Seite von Tierstudien kennengelernt. Von diesen wichtigen Lektionen werde ich auch an der Stanford University profitieren.
Es muss zwar noch weiter geprüft werden, wie robust die Vorgehensweise ist, aber meine Zeit in Deutschland war äußerst wertvoll, da die vorläufigen Daten, die ich erheben konnte, mich in meiner Forschung deutlich weiterbringen. Ich hoffe, auf diesen Ergebnissen aufbauen zu können, um einen belastbaren Wirksamkeitsnachweis für die neuartige Sensor-Hardware zu erstellen und die Technologie im weiteren Verlauf meiner Promotion im Bereich Gesundheitsversorgung für Frauen anwenden zu können.

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Blick auf Dresden vom Wohnheim
Zu den wichtigsten Dingen, die ich gelernt habe, gehört die Erkenntnis, wie stark sich kulturelle Unterschiede im Wissenschaftsbetrieb und im Alltag bemerkbar machen. Wer in Amerika studiert hat, wird wahrscheinlich festgestellt haben, dass hier ein größt-mögliches Maß an Effizienz im Vordergrund steht und Dringlichkeit oft mit Produktivität gleichgesetzt wird.
Dieses Vorgehen hat zwar gewisse Vorteile, aber mir ist aufgefallen, dass in Deutschland oft bedächtig und ruhig gearbeitet wird. Ich konnte mir die Zeit nehmen, über jedes Experiment nachzudenken. Dadurch fühlte sich meine Arbeit bewusster und lohnender an. Ich kann nun von den Vorteilen beider Perspektiven profitieren und diese in meine zukünftige Arbeit einbringen.
Auch der alltägliche Rhythmus in Dresden hat mich überrascht: Der Sonntag ist wirklich ein Ruhetag, an dem die Geschäfte geschlossen haben und es in der Stadt still ist. Das hat mir dabei geholfen, Ausgleich zu finden und Pausen auf eine Weise zu genießen, die ich von zu Hause eher nicht kannte. Die beruflichen und privaten Aspekte dieser kulturellen Unterschiede zu erleben, hat mir extrem geholfen, mich persönlich weiterzuentwickeln.

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Berlin Tiergarten
Außerhalb des Labors konnte ich Deutschland kulturell und auch zwischenmenschlich entdecken. Ein besonderes Highlight war mein Besuch in Berlin, was ich aber am meisten geschätzt habe, war, in den Dresdner Alltag einzutauchen. Ich habe mich in der Stadt immer mehr zu Hause statt wie eine Besucherin gefühlt. Gute Freund*innen habe ich in meinen Kolleg*innen im Labor und beim spontanen Beachvolleyball mit anderen Studierenden gefunden.

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Sächsische Schweiz
Durch meine Freundschaften mit einheimischen Studierenden konnte ich die Umgebung auf ganz andere Weise erleben und mich sehr heimisch fühlen. Der Lebensrhythmus der Stadt ist mir beim Einkaufen auf dem Markt am Wochenende oder Sonntagen in Cafés und Parks (vor allem der wunderschöne Große Garten und das Elbufer) sehr vertraut geworden, und ich mochte die ruhigen Seiten der Stadt. Es waren diese einfachen Momente, die mein Herz berührt haben und an die ich besonders gerne zurückdenke.
Abschließend möchte ich Helmut und Babs Amos meinen besonderen Dank für ihre großzügige Unterstützung aussprechen, durch die ich diese unschätzbar wertvolle Gelegenheit hatte, im Rahmen meiner Promotion in Deutschland zu leben und akademische Erfahrungen zu sammeln. Ich hatte einen tollen Sommer und werde immer gerne an diese besondere Zeit zurückdenken. Ich bin nun wieder an der Stanford University, wo ich das in Dresden Gelernte für meine weitere Arbeit zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Frauen durch Engineering einsetzen kann. Vielen Dank.
Stand: September 2025. Die englische Version ist das Original.

