Nargis Khakin: Dieses Stipendium der DAAD-Stiftung hat mein Leben verändert

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Nargis Khakin hält stolz ihre Abschluss-Urkunde der TU-Braunschweig in den Händen

Als Geförderte der DAAD-Stiftung habe ich von meiner wunderbaren Stipendien-Patin Dr. Monica Steegmann von Juni 2011 bis Februar 2015 ein Stipendium erhalten. Für die großzügige finanzielle Unterstützung meiner akademischen Ausbildung bin ich ausgesprochen dankbar.

Als junge Chemikerin und Hochschullehrerin in einem der am wenigsten entwickelten Länder der Welt, ohne praktische Erfahrung im wissenschaftlichen Labor, habe ich immer davon geträumt, mein Studium in einem entwickelten Land mit einem hohen Maß an akademischem Wettbewerb fortzusetzen, Erfahrung im Labor zu gewinnen und mein Wissen im Fachbereich Chemie auf eine neue Ebene zu bringen. Erst so würde ich für meine Studenten und für die Gesellschaft einen Mehrwert erreichen. Es war allerdings klar, dass ich meine Träume mangels finanzieller Möglichkeiten nicht aus eigener Kraft verwirklichen kann.


„Dieses Stipendium hat bei der Verwirklichung meiner akademischen Träume ​​eine Schlüsselrolle gespielt.“


Es hat mir ermöglicht

  • theoretische und konzeptionelle Wissen zu untersuchen
  • neue experimentelle Techniken und Ansätze kennen zu lernen
  • Praxis in einem breiten Spektrum von persönlichen und überfachlichen Kompetenzen (z.B. Problemlösung, Teamarbeit, Prozessabwicklung) zu erlangen
  • das Verwalten von Ressourcen (einschließlich der Zeit) zu erlernen
  • effizienter und sicherer zu arbeiten – im Labor wie im Feld
  • Kontakte zu jungen deutschen Wissenschaftlern und Forschern zu knüpfen und mit Ihnen Wissenstransfer vorzunehmen


Nargis Khakin Taniwal Klasse

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Nargis Khakin in Ihrem Deutsch-Kurs - damals noch mit Kopftuch, das sie im Laufe Ihrer Zeit in Deutschland ablegte

Darüber hinaus hat dieses Stipendium mir in Bezug auf mein persönliches Leben dabei geholfen

  • eine sichere und kontrollierte Schwangerschaft zu erleben – etwas Besonderes für mich als Afghanin, da in meinem Heimatland die Todesrate bei Geburten eine der höchsten der Welt ist
  • all der Gewalt und den Folterungen durch meinen Mann und seiner Familie zu entkommen, die mein Leben bitter gemacht hatten
  • wieder für meine Rechte und meine Freiheit einzustehen, die ich nach meiner Heirat verloren hatte
  • Deutsch zu lernen und mehr über die deutsche Kultur zu erfahren, ihre Traditionen und Werte
  • ein Netzwerk mit anderen internationalen Studenten aus der ganzen Welt aufzubauen, in dem wir unser fachliches Wissen sowie unsere persönlichen Erfahrungen austauschen können

Nargis Khakin Taniwal Labor
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Nargis Khakin in ihrem Arbeits-/Forschungsumfeld an der TU Braunschweig

Basierend auf den oben genannten Gründen war das Stipendium viel mehr als nur ein akademisches Stipendium für mich.

Derzeit bin ich ein PhD-Kandidat an der TU Braunschweig und werde meinen Abschluss in 2019 machen. Danach möchte ich gern an die Gemeinschaft, die für mich die Türen zum Erfolg geöffnet hat, zurück geben. Inspiriert von der großzügigen Unterstützung, die ich selbst erfahren durfte, würde ich gern anderen Studierenden dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Vielen Dank für die Möglichkeiten, die mir geboten wurden!

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der schwierigen persönlichen Umstände war es Frau Khakin nicht möglich, ihr Studium in der Regelstudienzeit zu beenden. Um sie davor zu bewahren, in ihr Heimatland zurückkehren zu müssen, wo sie und ihr Kind vermutlich Schlimmes erwartet hätte, hat die DAAD-Stiftung Frau Khakin zusätzlich für die Dauer eines Abschluss-Semesters aus dem Notfall-Fonds der Stiftung gefördert.

This is an interpretation of Ms Khakin’s text.