Zhi Mei
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Blick auf das Rheintal
„Mein Aufenthalt in Bonn war sowohl wissenschaftlich sehr bereichernd als auch persönlich bedeutend: Ich konnte meine Forschungsfähigkeiten verbessern und mein kulturelles Verständnis vertiefen.“
Während ihres Forschungsaufenthalts an der Universität Bonn, der durch das erste von Phillip und Fritz Hauser gestiftete Friends Stipendium finanziert wurde, hatte Dr. Zhi Mei nicht nur die Möglichkeit, ein gemeinsames Forschungsprojekt voranzutreiben, sondern auch, eine andere Kultur kennenzulernen und ihren persönlichen und beruflichen Horizont zu erweitern. Da sie kein Deutsch spricht, schätzte sie es sehr, dass die meisten Kollegen an der Universität und auch die Menschen vor Ort in Supermärkten, Fitnessstudios und Restaurants fließend Englisch sprachen.
Forschungsarbeit
Mein wissenschaftlicher Hintergrund sind Umweltwissenschaften mit dem Fokus auf Bodenmikroorganismen und deren ökologische Funktionen. Als ich im vergangenen Jahr kurz vor dem Abschluss meiner Promotion stand, habe ich mit Professor Wulf Amelung über potenzielle Kooperationen gesprochen.
Wir haben schnell gemerkt, dass wir beide starkes Interesse an einem Thema hatten, das keine Seite allein vollständig bearbeiten konnte – die Verknüpfung einzelner Bodenaggregate mit der damit verbundenen mikrobiellen Vielfalt. Dies bot die einmalige Gelegenheit, unsere komplementären Fachkenntnisse zu kombinieren.

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Probennahme auf dem Feld
Neben der wissenschaftlichen Motivation war ich auch gespannt darauf, das Leben in Deutschland kennenzulernen. Ich war schon lange neugierig auf die Forschungskultur des Landes, sein wissenschaftliches Umfeld und das Alltagsleben. Die Möglichkeit, mehrere Monate in Bonn zu verbringen, bot mir nicht nur die Chance, ein gemeinsames Forschungsprojekt voranzutreiben, sondern zudem in eine andere Kultur einzutauchen und meinen persönlichen und beruflichen Horizont zu erweitern.
Während meines Aufenthalts in Bonn habe ich mich vorrangig auf die Untersuchung der mikrobiellen Diversität in Bodenaggregaten konzentriert, die auf Versuchsflächen der Universität Bonn gesammelt wurden. Diese Feldforschung hat mir ermöglicht, den Umweltkontext direkt mit der im Labor analysierten mikrobiellen Dynamik in Verbindung zu bringen. Es war zudem meine erste Erfahrung mit der Arbeit an einem landwirt-schaftlichen Forschungsstandort in Deutschland – eine Erfahrung, die wissenschaftlich wertvoll und persönlich unvergesslich war.

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Im Labor
Zurück im Labor verbrachte ich die meiste Zeit mit der Fraktionierung der Boden-aggregate, ihrer Bildgebung, der Extraktion mikrobieller DNA, der Durchführung von PCR-Tests und der Vorbereitung der Proben zur Sequenzierung. Gemeinsam mit Forschern der Universität Augsburg haben wir auch eine Laser-Bildgebung einzelner Aggregate durchgeführt.
Obwohl die Sequenzierungsergebnisse noch ausstehen und auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden, gehen wir davon aus, dass wir feststellen können, ob Aggregate ähnlicher Größe innerhalb desselben Bodens vergleichbare Mikroben-gemeinschaften aufweisen. Dieses Wissen könnte letztendlich unser Verständnis verbessern, wie die Bodenstruktur die Verteilung von Mikroorganismen beeinflusst. Dieser Aufenthalt hat auch meine technischen Fähigkeiten verbessert und die Grundlage für einen Artikel geschaffen, den wir verfassen wollen, sobald die Daten verfügbar sind.

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Bildgebung von Proben an der Uni Augsburg
Durch meine Arbeit im Labor der Universität Bonn habe ich praktische Erfahrungen mit den lokalen Arbeitsabläufen und Laborgeräten gesammelt. Auch durch Gespräche mit Laborkollegen habe ich wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Das Umfeld der Forschungsgruppe war außergewöhnlich freundlich – Professoren, Techniker und Studenten waren alle herzlich und hilfsbereit.
Leben in Bonn
Außerhalb des Labors habe ich die landschaftliche und kulturelle Umgebung Bonns erkundet. Beethoven ist überall präsent – seine Statue in der Stadtmitte, das Beethoven-Haus, sogar Ampeln mit seiner Silhouette verleihen der Stadt einen sanften künstlerischen Charme. Eine meiner liebsten Erinnerungen war die Wanderung auf den Drachenfels mit einem Freund, der aus Berlin zu Besuch kam. Von diesem Aussichtspunkt konnten wir den wunderschönen Blick auf Bonn und das Rheintal genießen.
Ein weiterer Moment, an den ich gerne zurückdenke, war ein Spaziergang an einem sonnigen Nachmittag durch die Innenstadt, bei dem ich auf einen Straßenkünstler traf, der riesige Seifenblasen machte. Die Kinder lachten und rannten ihm nach, und ich teilte für einen kurzen Moment diese Freude.

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Seifenblasen in der Fußgängerzone von Bonn
Da mein Aufenthalt nur vier Monate dauerte, konnte ich im Gästehaus der Universität wohnen. Mein Betreuer half mir bei der Suche nach einer Unterkunft, und ich hatte das Glück, ein Zimmer zu bekommen, da es bekanntlich schwierig ist, in Bonn eine Wohnung zu finden. Das Leben in einer so kleinen und friedlichen Stadt stand in deutlichem Kontrast zu den Großstädten, in denen ich zuvor in China gelebt hatte. Ich mochte den ruhigen und gleichmäßigen Tagesrhythmus – Experimente durchführen, lesen, kochen, Sport treiben und lange Spaziergänge durch die umliegenden Felder machen. Dadurch fühlte ich mich mehr mit mir selbst verbunden, auch wenn ich mich gelegentlich etwas einsam fühlte.
Auch administrative Angelegenheiten verliefen reibungslos, dank des Welcome Centers der Universität, das die Kommunikation mit dem Ausländeramt koordinierte und mich während des gesamten Verfahrens zur Aufenthaltsgenehmigung unterstützte. Diese Unterstützung war von unschätzbarem Wert, da die eigenständige Abwicklung dieser Verfahren eine große Herausforderung gewesen wäre. Ich war auch angenehm überrascht, dass ich aufgrund eines deutschen Stipendiums von den Visums- und Aufenthaltsgenehmigungsgebühren befreit wurde.
Kulturelle Erfahrungen
Ich habe mehrmals den Kölner Dom besichtigt und war jedes Mal von seiner gotischen Architektur und historischen Präsenz beeindruckt. Zudem ist mein Betreuer, Professor Wulf Amelung, ein wirklich freundlicher Mensch, und seine Familie ist ebenso herzlich und gastfreundlich.
Kurz nach meiner Ankunft in Bonn hat er mich und andere Kollegen zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen, was mir in meiner ersten Zeit im Ausland ein Gefühl der Unterstützung vermittelte. Später hat uns seine Familie auch noch zu einem Besuch im Schmetterlingsgarten eingeladen. Umgeben von bunten Schmetterlingen war der Tag von Leben und Wundern erfüllt.

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Im Schmetterlingsgarten
Unsere Forschungsgruppe besuchte zudem den Melaten-Friedhof in Köln, einen historischen Ort, an dem Erinnerung und Kunst miteinander verschmelzen. Über organisierte Aktivitäten hinaus habe ich viele kleine kulturelle Begegnungen im Alltag geschätzt. Die Mitarbeiter und die anderen Besucher im Fitnessstudio waren immer freundlich, oft boten mir Fremde ihre Hilfe an, wenn ich viele Sachen zu tragen hatte – eine Geste, die ich als sehr herzlich empfand.

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Ausflug zum Melatenfriedhof in Köln
Obwohl ich kein Deutsch spreche, stellte dies keine große Herausforderung dar: Die meisten Kollegen an der Universität sprechen fließend Englisch, und außerhalb des Campus konnten sich die Menschen in Supermärkten, Fitnessstudios und Restaurants in einfachem Englisch verständigen. Leider hatte ich während meines viermonatigen Aufenthalts nur wenig Zeit, Deutsch zu lernen.
Eine besondere Herausforderung betraf den Zugang zur IT. Die Universität hat strenge Sicherheitsvorschriften: Persönliche Geräte dürfen nicht mit dem Netzwerk des Labors verbunden werden, und in meinem Büro gab es weder Netzabdeckung noch Mobilfunkempfang, sodass ich in öffentlichen Unterrichtsräumen arbeiten musste, was etwas frustrierend war. Ich habe die deutsche Küche sehr genossen, insbesondere knusprige Schweinshaxe mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Zudem habe ich mich in die Vielfalt deutscher Brotsorten verliebt – ich werde mich immer an die verlockenden Schaufenster der Bäckereien erinnern und wünschte, ich könnte sie alle mit nach Hause nehmen!

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WDR-Symphonieorchester in der Kölner Philharmonie
Außerdem sind mir einige interessante Aspekte des Alltagslebens in Bonn aufgefallen. Viele Läden und Supermärkte sind sonntags geschlossen, und Züge sind häufig verspätet. Die Leute nehmen dies aber gelassen hin, ohne Stress oder Besorgnis. Sonntags sieht man häufig Menschen, die einen entspannten Nachmittag in Straßencafés verbringen und Kaffee oder Tee trinken, während die Innenstadt ruhig und friedlich bleibt. Diese Routinen sorgen für einen langsameren, friedlicheren Lebensrhythmus im Vergleich zu dem geschäftigeren Tempo, das ich aus größeren Städten gewohnt war, und trugen zu einem einzigartigen Gefühl der Ruhe und des Charmes während meines Aufenthalts bei.
Dank der finanziellen Unterstützung der DAAD-Stiftung hatte ich auch Gelegenheit, eine Aufführung des WDR-Symphonieorchesters in der Kölner Philharmonie zu besuchen – ein unvergessliches Erlebnis.
Besuch bei der DAAD-Stiftung
Am Ende meines Aufenthalts habe ich das Bonner Büro der DAAD-Stiftung besucht, wo ich herzlich empfangen wurde und eine beeindruckende Begegnung mit Stefanie Lohmann, Ellen Geppert und Ursula Paintner hatte.
Wir haben über Forschung, kulturelles Lernen und künftige wissenschaftliche Pläne gesprochen. Ich weiß die mir gewährte persönliche Ermutigung und Unterstützung sehr zu schätzen.

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Besuch bei der DAAD-Stiftung und beim DAAD e.V.
Fazit
Bei meinem Aufenthalt in Bonn konnte ich Fortschritte in meiner Forschung, kulturelle Entdeckungen und bedeutungsvolle zwischenmenschliche Beziehungen miteinander verbinden. Ich habe nicht nur meine wissenschaftlichen Fähigkeiten weiterentwickelt, sondern auch Freundlichkeit, Gemeinschaft, Natur und Kunst erlebt.
Diese Erinnerungen und Erkenntnisse werden mich auf meinem weiteren wissen-schaftlichen Weg begleiten. Ich bin der DAAD-Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung und ihr Vertrauen sehr dankbar.
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Seit Erhalt der Förderung durch die DAAD-Stiftung konnte Dr. Mei einen weiteren wissenschaftlichen Erfolg verzeichnen, wie sie uns im Juli 2026 freundlicherweise mitteilte:
Als Ergänzung zu meinem Bericht möchte ich auf eine aktuelle Publikation hinweisen. Während meines von der DAAD-Stiftung geförderten Aufenthalts in Deutschland haben Prof. Wulf Amelung und ich dieses Manuskript überarbeitet und optimiert. Dieses wurde am 30. April 2026 eingereicht und veröffentlicht:
Stand: November 2025. Die englische Version ist das Original.

