Morten Harmening

Privat

Im Central Park

„Ich bin sehr dankbar, dass ich durch das Knapp Stipendium der DAAD-Stiftung einen Forschungsaufenthalt in New York verbringen durfte, der mich akademisch und persönlich sehr bereichert hat.“

Mit Unterstützung des Knapp Stipendiums der DAAD-Stiftung erweiterte Morten Harmening sein Dissertationsvorhaben um neue akademische Methoden und Perspektiven. Auf wissenschaftlicher Ebene fühlte er sich an der NYU durch den Austausch mit internationalen Forschenden sehr bereichert. In seiner Freizeit lernte er die Stadt New York kulturell sowie musikalisch näher kennen:

Mein Auslandssemester an der New York University (NYU) war eine außergewöhnliche Erfahrung, die mich sowohl akademisch als auch persönlich im hohen Maße bereichert hat. In dem Semester habe ich sowohl an meinem Dissertationsvorhaben weiter-gearbeitet, als auch an Kursen des PhD-Programms des Departments teilgenommen. Während des Semesters habe ich mich vor allem auf zwei Projekte zur geografischen Repräsentation in der Lokalpolitik konzertiert. Im Rahmen dieser Projekte finde ich (zusammen mit meinen Ko-Autoren), dass Lokalpolitiker*innen in verschiedenen deutschen Großstädten vor allem die Stadtteile repräsentieren, in denen sie die stärksten Wahlerfolge verzeichnen und die Stadtteile, in denen sie wohnen.

Diese Erkenntnisse zeigen, dass es Ungleichheit in der geographischen Repräsentation auf lokaler Ebene gibt. Da insbesondere ökonomisch deprivierte Stadtteile eine geringe Wahlbeteiligung verzeichnen und Politiker*innen meist einen sozioökonomisch privilegierten Hintergrund haben, werden privilegierte Stadtteile stärker repräsentiert als deprivierte.

Harmening Bild aus Canto M Buchta (3)

Marie Buchta

Im East Village

Das Politics Department der NYU bietet aufgrund seiner Größe und hohen Qualität eine spannende Vielzahl an Kursen für Doktorand*innen. Neben verschiedenen Kursen und Workshops hat insbesondere ein Seminar zur Local Political Economy meine Kennt-nisse in diesem Themenbereich erheblich erweitert. Vor dem Semester war mir wenig über die Kommunalpolitik in den USA bekannt, da ich bisher einen sehr deutschen Fokus auf das Thema hatte. Zudem habe ich den dem Seminar sehr viel darüber gelernt, wie ich meine Forschungsergebnisse in der Zukunft besser Framen kann.

Die NYU zeichnet sich durch ein stark internationales und interdisziplinäres Umfeld aus, das mich sehr inspiriert hat. Die Universität, aber vor allem auch das Department, haben sehr viele soziale Events organisiert, in denen man sich sehr niedrigschwellig mit anderen Doktorand*innen, aber auch Professor*innen unterhalten konnte. Der Aus-tausch mit Forschenden aus vielen unterschiedlichen Ländern hat meine Sichtweise auf politische Themen bereichert. Besonders wertvoll war, wie natürlich sich akademische und persönliche Gespräche miteinander verbunden haben – aus einigen Begegnungen sind Freundschaften entstanden, die über das Semester hinaus Bestand haben.

Harmening Bild aus Canto M Buchta (6)

Marie Buchta

Straßenbild New York

Neben dem Austausch an der Gastuniversität habe ich zwei Tage lang die Jahreskonferenz der American Political Science Association in Philadelphia besuchen können. Auch wenn ich bereits Erfahrungen auf einigen europäischen Konferenzen sammeln konnte, war dies eine spannende Erfahrung, da die Konferenz bedeutend größer war und damit ein noch breiteres Themenspektrum abdeckte, als ich es von bisherigen Konferenzen kannte. Der Besuch der Konferenz war für mich sehr interessant, da diese eine der zentralsten Konferenzen der Politikwissenschaft darstellt und daher ein wichtiger Ort ist um Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Ich habe dort zudem die Möglichkeit gehabt, mich mit amerikanischen Kolleg*innen über die NYU hinaus auszutauschen.

Harmening See

Privat

See in Upstate New York

New York selbst ist eine Stadt mit einer sehr hohen Lebensqualität, die das Semester abgerundet hat. Die hohen Mietpreise in der Stadt sind kein Geheimnis, daher habe ich in einem kleinen (aber schönen) WG-Zimmer im Stadtteil Harlem gewohnt. Die WG bestand aus Menschen, die auch nur temporär oder zum Studium in der Stadt waren und daher auch ein großes Interesse hatten, Dinge gemeinsam zu unternehmen. In Central Harlem habe ich mich sehr wohl gefühlt, da es viele nette Cafés oder Bars zum Ausgehen oder Arbeiten bietet. Über den Stadtteil hinaus zeichnet sich die Stadt durch eine kulturelle Vielfalt aus, die meine Freizeitgestaltung sehr bereichert hat.

Ich habe viele Museen besucht, darunter das Museum of Modern Art, National Immigration Museum und das Museum of the City of New York. Dabei konnte ich einen neuen Zugang zur Geschichte und Kultur der Stadt gewinnen. Der Central Park war dabei der perfekte Kontrast zum hektischen Alltag in Manhattan, um einmal durchzuatmen oder sich mit dem Laptop auf die Wiese zu setzen. Trotzdem war man nie ganz raus aus der Stadt – die hohen Gebäude am Rand des Parks erinnerten immer daran, wo man sich gerade befand und boten eine ganz besondere Stimmung. Wirklich ruhig war es in der Stadt aber nirgendwo. Allerdings bot sich gelegentlich die Möglichkeit, aus der Stadt rauszufahren. In nicht einmal zwei Stunden war man bereits in der Natur Upstate New Yorks. So bin ich mit einer Kollegin nach Cold Spring gefahren, um dort zu wandern.

Harmening Mintons Playhouse

Privat

Konzert im Mintons Playhouse in Harlem

Ein persönliches Highlight war die Jazz-Szene in New York, da ich selbst seit vielen Jahren Trompete spiele. Mein Wohnort in Harlem ermöglichte es mir, kleine lokale und damit sehr authentische Clubs zu besuchen. Gleichzeitig war es faszinierend, die berühmten Jazz-Clubs wie das Birdland, das Blue Note zu oder Jazz at Lincoln Center erleben. Um meine Begeisterung für die Musik noch weiter zu vertiefen, reiste ich am Ende meines Semesters für ein paar Tage nach New Orleans, wo ich die Ursprünge des Jazz und die kulturelle Vielfalt der Stadt kennenlernen konnte.

Rückblickend war mein Auslandssemester an der NYU eine überaus bereichernde Zeit, die meine Forschung, meine Perspektiven und mich persönlich nachhaltig beeinflusst hat. Ich bin der DAAD-Stiftung sehr dankbar, dass mir diese wertvolle Gelegenheit ermöglicht wurde.

Stand: Februar 2025.